CHICANE FEAT. TOM JONES - Stoned In Love
Universal/UV

Nick Bracegirdle, der Mastermind von Chicane, ist alles andere als angepasst. Er ist meilenweit davon entfernt, ein Mitläufer-Typ zu sein. Im Gegenteil: Selbst als Chicane mit ihrem Klassiker-Hit Dont Give Up (aus dem Jahr 2000; inkl. Nicks altem Freund Bryan Adams als Vokalgast) gleichermaßen an der Spitze der britischen Verkaufs- und Airplay-Charts vertreten waren, behielt er einen kühlen Kopf, blieb seinen musikalischen Idealen treu und verfolgte weiterhin einzig seine persönlichen Ziele. Bereits vor Dont Give Up waren Chicane mit dem verträumt-tanzbaren Saltwater (1999) in die Top-10 gegangen , hier hatte Maire Brennan (aka Moya Brennan) von Clannad als Sängerin ausgeholfen. No Ordinary Morning (2000) stellte letztlich klar, dass es sich bei der Musik von Chicane um weitaus mehr als klassische Dance-Nummern handelt: Songstrukturen wurden von nun an groß geschrieben.
Doch dann brach die große Katastrophe herein. Nachdem er Chicane durch eine katastrophale Abnabelungsphase von Alex Golds Xtravaganza-Label geführt hatte, ließ sich Nick für den Nachfolge-Deal mit Warner ein, was sich nicht gerade als Glücksgriff herausstellen sollte: Eine einzige Single wurde veröffentlicht, dazu eine Album-Promo, die letztlich von irgendeinem Russen als Bootleg ins Netz gestellt wurde... Die im März 2003 veröffentlichte Single, bei der Peter Cunnah von D:Ream mit einem Gesangs-Part aushalf, landete mich Ach und Krach in den Top-30, und Nicks Enttäuschung über die britische Dance-Szene wuchs stetig. Er konnte mit den Entwicklungen, die sich abzeichneten, einfach nichts anfangen. Also trennte sich Nick wieder von Warner und zog sich erst mal zurück, um seine nächsten Schritte zu planen: [Nachdem ich Warner verlassen hatte,] begann ich schon bald mit der Arbeit an neuen Songs. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von der Dance-Szene wirklich die Schnauze voll, also setzte ich dort an, wo ich ursprünglich angefangen hatte: beim Songwriting, erinnert sich Nick heute.
Nicht länger im Rampenlicht und wichtiger noch ohne die energieraubenden Ärgernisse mit unterschiedlichen Labels, konnte sich Nick endlich wieder komplett auf das konzentrieren, was ihm persönlich am Herzen lag. Frei von Verpflichtungen, konnte er von nun an im Alleingang seine kreativen Energien ausleben. Er schrieb an Songs, nahm haufenweise Tracks auf, und durch eine Reihe von Bekannten landete das neue Material irgendwann auf einem Tisch bei Universal Music Nicks Telefon klingelte nur wenige Minuten später. Trotz der stilistischen Weiterentwicklung bzw. dem anders gearteten Ansatz von Nicks Nachfolgermaterial, wurde nach einigen Gesprächen mit Universal beschlossen, dass dieses Projekt auch weiterhin unter der Chicane-Flagge laufen sollte.
Das war letztlich mein Antrieb fürs neue Album [Untitled], berichtet er weiter. Ich wollte unbedingt etwas durch und durch Neuartiges machen, und zwar nicht nur verglichen mit dem, was man sonst so derzeit in der musikalischen Landschaft findet, sondern auch zu meinen Vorgängeralben. Die waren nämlich immer sehr konzeptionell, sie hatten einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss. Also habe ich mich für dieses Album dazu entschlossen, eine eher lose Ansammlung von Songs zu präsentieren, Songs mit Gesang, die einen starken Fokus auf Melodien haben. Auch ging es mir nicht mehr um langsame Downbeat-Nummern die Beats gehen jetzt durchweg nach vorne. `Stoned In Love´ wird übrigens die erste Single des Albums. Und doch denke ich, dass die neuen Songs noch genügend Ähnlichkeiten mit meinen alten Stücken aufweisen, so dass es auf jeden Fall Sinn macht, die Platte als Chicane-Album zu veröffentlichen nur sind die Strukturen eben ganz anders. Die zweite Single wird eine musikalische Offenbarung für die Welt, so viel verrate ich jetzt schon, erklärt Nick über einer Pepsi Light.
Ein zufälliges Zusammentreffen mit dem Management von Tom Jones brachte zudem die Idee auf, Tom für Stoned In Love, einen der neuen Songs, als Gastvokalisten mit ins Boot zu holen. Ironischerweise war Tom so oder so auf Nicks Liste der Wunschkandidaten für diesen Track gewesen neben Tom hatten ursprünglich auch George Michael oder James Dean Bradfield (von den Manic Street Preachers) auf besagter Liste gestanden. Tom war sofort dabei: schon beim ersten Anhören erklärte er, dass er unbedingt an diesem Song beteiligt sein wollte. Also gingen Nick und Tom ins Studio und begannen mit der Arbeit das Resultat ließ alle mit den Ohren schlackern.
Auch wenn er es eher zurückhaltend artikuliert, ist sich Nick jetzt schon sicher, dass Stoned In Love der ultimative Startschuss für das kommendes Album ist, weil der Song seine neue musikalische Richtung perfekt zusammenfasst: Der Vibe des Albums ist so, dass ich einerseits die Dance-Grooves, die Schlagzeug- und Percussion-Parts beibehalten habe, sie tauchen immer wieder auf; dazu kommen allerdings deftige Indie-Gitarren und echte Songstrukturen, so dass es sich insgesamt um eine Mischung aus Dance und Rock handelt, berichtet Nick. Diese Herangehensweise passt auch bestens zur Live-Show von Chicane, denn im Gegensatz zu anderen Dance-Acts, spielen Chicane tatsächlich live, mit echten Instrumenten. Live-Schlagzeug, Bass, Gitarren und Keyboards, abgerundet mit den jeweils passenden Vokalgästen, wie nur Nick mit seinem unfassbar stilsicheren Händchen sie ausfindig machen kann, ergeben insgesamt den ultimativen Live-Dance-Sound. Die für diesen Sommer geplanten Shows werden auf ein Neues beweisen, dass Chicane in ihrer Live-Show die Grenzen von Dance und Pop implodieren lassen...
Alles ist live an unserer Show, was teilweise schwieriger zu realisieren ist, als man sich das gewöhnlich vorstellt. Shovel ist ein alter Kollege von mir, und er wird auch dieses Jahr den Perkussions-Part auf Konzerten übernehmen. Über seinen Rhythmus-Teppichen wechseln sich dann Gitarren, Bass und Keyboards ab insofern ist es wirklich eine regelrechte Live-Sause.
Chicane melden sich also nach mehreren Jahren ohne wirkliche Veröffentlichung zurück, um alle erdenklichen Grenzen zu sprengen. Nicks Kompositionen klingen inzwischen dermaßen ausgereift, weil er sämtliche Erfahrungen der vergangenen Jahre einfließen lässt und ein musikalisches Verständnis mit einbringt, das man in der Dance-Welt gewöhnlich nicht finden wird. Freundlich, lässig und zugleich leidenschaftlich als Musiker, ist Nick eher ein britischer Geezer-Typ als irgendein diamantenbehangenes Pop-Sternchen. Die einzige Eigenschaft, die er mit letzteren teilt, ist sein Hang zu schnellen Autos: In seiner Garage steht ein extrem seltener Audi RS4 und ein Ferrari 335, mit dem er auch gerne mal die 300-Km/h-Marke sprengt.
DEUTSCHE-DJ-PLAYLIST Chartinfos
Top 100 aktuell |
nicht platziert |
Hot 50 aktuell |
nicht platziert |
Eingestiegen |
Platz 66 am 12.06.2006 |
Höchste Punktzahl |
828 am 03.07.2006 |
Höchste Platzierung |
24 |
Wochen platziert |
10 |
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2025 Dance |
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2025 Schlager |
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2024 Dance |
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2024 Schlager |
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2023 Dance |
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2023 Schlager |
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2022 Dance |
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2022 Schlager |
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2021 Dance |
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2021 Schlager |
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2020 |
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2019 |
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2018 |
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2017 |
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2016 |
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2015 |
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2014 |
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2013 |
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2012 |
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2011 |
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2010 |
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2009 |
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2008 |
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2007 |
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2006 |
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2005 |
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2004 |
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2003 |